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Die Weltneuheiten des Genfer Autosalons

Die ganze Welt schaut im März nach Genf. Am Internationalen Autosalon stellen Autohersteller aus der ganzen Welt ihre Neuheiten und Zukunftsvisionen vor. Dieses Jahr geht die Veranstaltung bereits in die 81. Runde. Im Rampenlicht des zweitwichtigsten Autosalons von Europa zählt es, sich gut zu präsentieren.

Längst sind die Zeiten vorbei, wo nur das Auto im Mittelpunkt steht. Am Genfer Autosalon versucht sich jeder Hersteller einzigartig zu präsentieren. Neben hübschen Models stösst man auch auf prominente Gäste. Grosse Worte schwangen die Manager während den Konferenzen an den Pressetagen. Die Darbietungen versuchten einander in Professionalität und Lautstärke zu übertreffen. Zehntausend Pressevertreter aus aller Welt, von China bis Amerika, versuchten im riesigen Autosalon die wichtigsten Neuheiten und Informationen zu sammeln. Keine leichte Aufgabe bei mehr als 250 Ausstellern. In den kommenden Besuchertagen wird es in den Palexpo-Hallen sogar noch enger: Mehr als 70‘000 Besucher pro Tag werden erwartet.

Eine grosse Auswahl

Für jeden Geschmack gibt es das richtige Auto. Auffallend bunte Konzepte deuten die zukünftige Richtung an, umgestaltete Klassiker bieten Abwechslung, sportliche Boliden verführen zu einem Höhenflug, neue Technologien (z.B. alternative Energiequellen) gehen in Serie, etc. Doch auch auf dem Boden der Realität findet sich manch ein schönes Familienauto.

Kleider werden immer knapper

Was wäre der Autosalon ohne hübsche Frauen? Höchste Ansprüche werden an die Hostessen gestellt. Models aus der ganzen Welt wurden für diesen Anlass gebucht. Im grellen Licht müssen sie stundenlang neben den einzigartigen Autos stehen. Mit einem bezaubernden, möglichst natürlichen Lächeln ziehen sie die Blicke der Besucher auf sich. Tatsache: Die Kleider werden immer knapper. Ein gewisses Niveau bleibt aber erhalten, sodass auch für die älteren Besucher noch alles seriös wirkt. Eine gute Kombination ist entscheidend.

Ansturm auf Marchionne

Besonders gross war der Ansturm beim Fiat-Group-Imperium. Bei keiner anderen Pressekonferenz drängten sich so viele an die Ausstellungsfläche wie beim Tochterunternehmen Ferrari. CEO Luca Cordero di Montezemolo enthüllte den revolutionären Ferrari FF. Er würdigte ihn als den vielseitigsten Ferrari aller Zeiten. Der starke 12-Zylinder Ferrari verfügt nun sogar über vier Sitze und ein vergrössertes Kofferraumvolumen. Trotzdem behält er seine Sportlichkeit. Laut Montezemolo bietet der neue Ferrari auch Fahrspass in leichtem Gelände.
Eine aufwendigere Show legte Lancia hin. Im Nebel tauchten nach der Rede von CEO Olivier Francois die neu entworfenen Lancias auf. Besonders mit dem Lancia Thema wurde eine neue Richtung eingeschlagen. Nicht zu übersehen ist die Anlehnung an das markante Design vom Chrysler 300C. Der Ansturm auf Sergio Marchionne, CEO von Chrysler und Fiat Group, war unglaublich gross. Der Unternehmensleiter liess die ebenfalls anwesende Miss Schweiz, Kerstin Cook, im Schatten stehen. Bis am Abend wurden auf der Lancia Ausstellungsfläche mehr Interviews als irgendwo anders durchgeführt.

Retrowelle bei VW

Der legendäre VW Bulli kommt vielleicht schon 2014 zurück. Der neue Bulli hebt sich am Autosalon von allen anderen ab. Mit seiner klassischen weiss und roten Zweifarbenlackierung, den schmalen Tagfahrlichtern und seiner Konstruktion als kompakter Bus ist er einzigartig. Angetrieben wird er mit einem Elektromotor. Das Interieur ist von Klarheit geprägt. Wie sein Vorgänger besitzt der Bulli einen flachen, durchgehenden Boden, was der Variabilität zugunsten kommt. Durch ein Panoramadach ist der Innenraum lichtdurchflutet. Multimediafunktionen lassen sich über ein iPad steuern. Die weiteren Instrumente sind gross und deutlich. Der neue Bulli ist in Sachen Design ein Meisterstück. Übrigens fährt er aktuell mit einer Akkuladung 300 Kilometer weit.

Länger, breiter, stärker

Die Franzosen beeindrucken mit einer stilvollen Luxuslimousine. Die Studie des Citroen Metropolis wurde in Shanghai von französischen Designern entworfen. Das riesige Fahrzeug folgt beim Design seinen Vorgängern GT und Survolt. An der flachen Dachlinie bis zum steilen Heck erkennt man den Charakter des Citroen. Kurven, Kanten und Chromelemente bieten ein perfektes Zusammenspiel. Der Metropolis scheint im Gegensatz zu den vorhergehenden Konzepten strassentauglich. Citroen versetzt ihn mit einem Hybridantrieb. Der Benzinmotor in Kombination mit dem Elektromotor soll eine Gesamtleistung von rund 460 PS bieten. Er verfügt über ein elektronisches Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und ein hydropneumatisches Fahrwerk. Des Weiteren präsentiert Citroen Modelle des sportlichen C4. Auch beim neuen C5 Tourer sind die Einflüsse vom PSA- Konzern erkennbar.

Die Zukunft von Rolls-Royce

Auch Rolls-Royce plant für die Zukunft. Kurzerhand wurde aus dem Phantom ein reines Elektroauto mit der Bezeichnung 102 EX. Die Antriebstechnik wurde komplett umgestellt. Unter der Motorhaube befinden sich beim neuen Rolls-Royce nun drei Batterien. Der Platz reicht für den bislang grössten Batteriepack in Elektroautos. Im hinteren Teil wurden zwei Elektromotoren eingebaut, welche den schweren Wagen in rund acht Sekunden von auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Die Reichweite des Rolls beträgt lediglich 200 Kilometer, was bei seinem Gewicht aber auch nicht verwundert. Ansonsten wurde wenig verändert. Der Rolls-Royce behält seine luxuriöse, bequeme Innenausstattung. Einige Instrumente wurden speziell an den Elektroantrieb angepasst. Äussere Erkennungsmerkmale sind die blau leuchtende Kühlerfigur und der Stromanschluss unter dem Tankdeckel. Alternativ kann er aber auch über eine Induktionsspannung geladen werden.

Autos scheinen nach wie vor wichtig

Am grossen Ansturm lässt sich erkennen, dass nach wie vor grosses Interesse an Autos besteht. Auch die extrem teuren Luxusautos werden regelmässig gekauft. Der 81. Internationale Autosalon findet noch bis am 13. März statt. Nächstes Jahr können die Entwicklungen wieder vom 3. bis 13. März bestaunt werden. Der Blick in die Glaskugel verrät, dass sich auch dann in der Autobranche wieder viel tun wird. Wer nicht bis in einem Jahr warten will, kann im Oktober den grössten europäischen Autosalon in Paris besuchen.

Erstmals erschienen auf Tink.ch

About the Author

Julian StiefelJulian Stiefel ist Hauptautor und Gründer dieses Blogs. In seiner Freizeit beschäftigt sich Julian vor allem mit den Themen Fotografie und Journalismus. Viele Beiträge deuten auch auf ein grosses Interesse an Computern und Netzwerken hin. Der Ausgleich zum technisch orientierten Alltag findet Julian beim Biken und Autofahren.View all posts by Julian Stiefel →

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